Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
1572

1572

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 1. April: Erste Eroberung durch die Aufständischer in den Niederlanden (Brielle durch die Geusen). Siehe: Achtzigjähriger Krieg
- 13. Mai: Wahl von Papst Gregor XIII.
- 24. September: Mit der Hinrichtung des letzten Inkahäuplings Túpac Amaru I auf der Plaza de Armas in Cusco wird das in Perú seit Jahrhunderten andauernde Inkareich durch die Spanier entgültig vernichtet
- 18. August: Der Hugenotte Heinrich von Navarra heiratet in Paris die Katholikin Margarete von Valois
- 24. August: Bartholomäusnacht: Pogrom der Katholiken gegen die Calvinisten (Hugenotten) in Frankreich, bei dem Tausende ermordet wurden
- 11. November: Die Brahesche Supernova im Sternbild Cassiopeia wird als hellster Stern am Himmel beobachtet

Geboren


- 22. Januar: John Donne, britischer Dichter († 1631)
- 28. Januar: Johanna Franziska von Chantal, Ordensgründerin († 1641)
- 15. Februar: Michael Praetorius, deutscher Komponist zwischen den Renaissance- und Barockstilen († 1621)
- 25. Mai: Moritz (Hessen-Kassel), regierte Hessen-Kassel von 1592 bis 1627 († 1632)
- 11. Juni (?): Ben Jonson, englischer Bühnenautor und Dichter († 1637)
- 4. Juli: Ludwig Jungermann, Deutscher Botaniker und Arzt († 1653)
- 8. November: Johann Sigismund, von 1608 bis 1619 Kurfürst von Brandenburg († 1619)
- 13. November: Daniel Heider, Deutscher Jurist und Rechtshistoriker († 1647)
- 25. November: Daniel Sennert, deutscher Arzt († 1637)
- Matthias Martinius, deutscher Theologe

Gestorben


- 28. Februar: Aegidius Tschudi, Schweizer Historiker und Politiker (
- 1505)
- 1. Mai: Pius V., Papst 1566–1572 (
- 1504)
- 9. Juni: Jeanne III. von Navarra, Königin von Navarra (
- 1528)
- 7. Juli: Sigismund II., König von Polen, Großfürst von Litauen, letzter König der Jagiellonen (
- 1520)
- 24. August: Gaspard II. de Coligny, Seigneur de Châtillon, französischer Admiral (
- 1519)
- 24. August: Claude Goudimel, französischer Komponist
- 26. August: Petrus Ramus, französischer Philosoph und Humanist (
- 1515)
- 24. September: Túpac Amaru, letzter Herrscher des Inkareiches
- 30. September: Francisco de Borja, dritter General der Jesuiten (
- 1510)
- 23. November: Agnolo Bronzino, italienischer Maler (
- 1503)
- 24. November: John Knox, schottischer Prediger (
- 1505)
- Isaak Luria, jüdischer Rabbi und Religionslehrer (
- 1534)
- Jean Goujon, franz. Bildhauer (
- vor 1510) ko:1572년

Kategorie:1572



1. April

Der 1. April ist der 91. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 92. in Schaltjahren) - somit bleiben 274 Tage bis zum Jahresende. Aprilscherz: In vielen Ländern ist es Tradition, am ersten April anderen Leuten "einen Bären aufzubinden", indem man ihnen eine wenig glaubhafte Geschichte erzählt. Nimmt das Gegenüber dies für bare Münze, so ruft man "April, April!" was soviel heißt wie "stimmt nicht, war nur Spaß!".

Ereignisse


- 457 - Julius Majorianus wird römischer Kaiser.
- 527 - Der byzantinische Kaiser Justin I. ernennt seinen Neffen Justinian I. als Mitherrscher und Thronfolger.
- 1572 - Erste Eroberung durch die Aufständischer in den Niederlanden (Brielle durch die Geusen). Siehe: Achtzigjähriger Krieg.
- 1789 - In New York City wählt das US-amerikanische Repräsentantenhaus mit Frederick Muhlenberg aus Pennsylvania seinen ersten Sprecher.
- 1795 - In Paris wird ein Aufstand der Sansculotten gegen den Nationalkonvent infolge einer Hungersnot während der Französischen Revolution niedergeschlagen.
- 1814 - In Londons Straßen werden die ersten Gaslaternen in Betrieb genommen.
- 1853 - Die erste deutsche Flotte wird aufgelöst.
- 1881 - Das erste Telefonnetz Deutschlands wird in Berlin mit 48 Teilnehmern in Betrieb genommen.
- 1915 - Roland Garros führt den ersten Jagdfliegereinsatz der Luftfahrtgeschichte durch.
- 1918 - Die Royal Air Force (RAF), die Luftwaffe des Vereinigten Königreichs, wird durch den Zusammenschluss des königlichen Geschwaders und des RNAS unter dem Befehl des Luftfahrtministeriums gebildet.
- 1924 - Adolf Hitler wird zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren anlässlich seines Putschversuchs vom 9. November 1923 verurteilt.
- 1937 - Das Groß-Hamburg-Gesetz tritt in Kraft.
- 1937 - Aden wird eine britische Kronkolonie.
- 1939 - Francisco Franco erklärt nach der Niederlage der letzten republikanischen Kräfte den Spanischen Bürgerkrieg für beendet.
- 1949 - Neufundland schließt sich Kanada an.
- 1955 - In Felsberg-Berus nimmt der Privatsender "Europa 1" den Sendebetrieb auf.
- 1956 - Der Bundesnachrichtendienst, ein dem Bundeskanzleramt angegliederter bundesdeutscher Geheimdienst, nimmt seine Tätigkeit auf.
- 1963 - Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) startet in Mainz sein bundesweites Fernsehprogramm.
- 1979 - Die Islamische Republik Iran wird durch den Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen.
- 1980 - Die SADC, Southern African Development Community wird durch die Staaten Angola, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swasiland und Tansania in Lusaka, Sambia, gegründet.
- 1991 - Auflösung der COMECON.
- 1991 - Detlev Karsten Rohwedder, Chef der Berliner Treuhandanstalt, wird in seinem Düsseldorfer Wohnhaus vermutlich von der RAF erschossen. Zur Tat bekennt sich ein „Kommando Ulrich Wessel“.
- 1994 - Ungarn stellt Antrag auf Beitritt zur EU, die Stiftung der Leucorea wird in Wittenberg begründet
- 1997 - Die Volksrepublik China und Taiwan nehmen erstmals offiziell direkten Schiffsverkehr zueinander auf.
- 1998 - Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela unterzeichnen einen Vertrag zur besseren Zusammenarbeit und Drogenbekämpfung .
- 1998 - Botswana. Staatspräsident Quett Ketumile Joni Masire tritt im Alter von 72 Jahren zurück. Neuer Staatspräsident wird Festus Gontobanye Mogae.
- 1999 - Deutschland. Das "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" tritt in Kraft.
- 1999 - Kanada. Gründung des Territoriums Nunavut
- 2000 - Abdoulaye Wade wird Staatspräsident in Senegal
- 2000 - Italien. Die Helmpflicht für Zweiradfahrer tritt in Kraft.
- 2001 - Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milošević, der wegen Kriegsverbrechen gesucht wird, ergibt sich Spezialeinheiten der Polizei.
- 2001 - Benedita Souza da Silva wird im Bundesstaat Rio de Janeiro die erste schwarze Gouverneurin Brasiliens.

Wirtschaft


- 1905 - Mit dem preußischen Wassergesetz wird der Bau des Mittellandkanals beschlossen
- 1976 - Steve Jobs und Steve Wozniak gründen die Firma Apple.
- 1994 - Bulgarien führt eine Mehrwertsteuer von 18 % ein.
- 1998 - Die deutschen Stahlkonzerne Thyssen und Krupp-Hoesch fusionieren.

Wissenschaft und Technik


- 1972 - Intel stellt seinen ersten 8-Bit-Prozessor, den 8008 vor.

Kultur


- 1871 - Die Oper "Linda d'Ispahan" von Gian Francesco Malipiero wird im Teatro La Fenice in Venedig zum ersten Mal aufgeführt.
- 1895 - Uraufführung der komischen Oper La Vivandière von Benjamin Godard an der Opéra-Comique in Paris.
- 1909 - Uraufführung der Oper Die Heirat (Orig.: Shenitba) von Modest Petrowitsch Mussorgski an der Hofoper in Sankt Petersburg.
- 1914 - Uraufführung der Oper Notre Dame von Franz Schmidt an der Hofoper in Wien.
- 1916 - "Die Schneider von Schönau", eine komische Oper in drei Akten des niederländischen Komponisten Jan Brandts-Buys wird an der Dresdner Hofoper erstmalig aufgeführt.
- 1923 - Uraufführung der Operette Mädi von Robert Stolz in Berlin.
- 1930 - Der Film "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle wird in Berlin uraufgeführt.
- 1937 -"Amelia geht auf den Ball", eine groteske Oper von Gian Carlo Menotti, wird in Philadelphia uraufgeführt.
- 1943 - Uraufführung der Oper Das Schloss Dürande von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Berlin.
- 1954 - Uraufführung der Oper The Tender Land von Aaron Copland in der City Centre Opera in New York.

Religion


- 1605 - Alessandro Ottaviano de'Medici wird zum Papst gewählt und nimmt den Namen Leo XI. an.
- 1904 - In Frankreich werden Kruzifixe und religiöse Bilder aus den Gerichtssälen entfernt, um die laizistischen Grundsätze der linken Regierung weiter zu verwirklichen.
- 2002 - In Irland tritt Bischof Brendan Comiskey zurück und räumt ein, dass er Fall des sexuellen Missbrauchs an Kindern durch einen Priesters seiner Diözese härter hätte durchgreifen müssen.
- 2005 - Rosemarie Wenner wird als Nachfolgerin von Walter Klaiber Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche Deutschlands.

Katastrophen


- 1873 - Bei der Strandung des britischen Passagierdampfers Atlantic in der Nähe von Halifax sterben 535 von 957 Menschen an Bord, darunter alle Frauen und alle Kinder bis auf eines.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1220 - Go-Saga, 88. Kaiser von Japan
- 1282 - Ludwig der Bayer, Herzog von Bayern und Kaiser des HRR
- 1578 - William Harvey, britischer Arzt und Anatom
- 1629 - Jean-Henri d'Anglebert, französischer Komponist, Cembalist und Organist
- 1697 - Abbé Prévost, französischer Schriftsteller
- 1707 - Franz de Paula Penz, Pfarrer und Kirchenbaumeister
- 1721 - Pieter Hellendaal, niederländischer Komponist, Organist und Violinist
- 1730 - Salomon Gessner, schweizerischer Dichter, Maler und Verleger
- 1740 - Karl Klemens Serol, tschechischer Philosoph
- 1745 - Johann Joseph La Roche, österreichischer Schauspieler
- 1750 - Hugo Kollataj, polnischer Politiker und Publizist
- 1755 - Jean Anthelme Brillat-Savarin, französischer Schriftsteller, Philosoph und Gastronomiekritiker
- 1756 - Paul Wolfgang Merkel, Kaufmann, erster Abgeordneter der Stadt Nürnberg im Bayerischen Landtag
- 1761 - Heinrich Stephani, Pädagoge und Schulreformer
- 1774 - Gottfried Daniel Krummacher, protestantischer Theologe
- 1774 - Gustav von Rauch, preußischer General und Kriegsminister
- 1776 - Sophie Germain, französische Mathematikerin
- 1785 - Ferdinand von Oliver, deutscher Maler
- 1786 - William Mulready, irischer Maler
- 1802 - Hubert Ries, deutscher Violinspieler und Komponist
- 1809 - Nikolai Wassiljewitsch Gogol, russischer Schriftsteller
- 1810 - Franz Raveaux, deutscher Revolutionär der Märzrevolution
- 1813 - Karl Friedrich Rammelsberg, deutscher Chemiker
- 1815 - Otto von Bismarck, deutscher Politiker
- 1831 - Albert Anker, schweizerischer Maler
- 1837 - Jorge Isaacs, kolumbianischer Schriftsteller und liberaler Politiker
- 1844 - Johann Georg Eschenburg, Advokat, Notar und Senatssekretär
- 1844 - Verney Lovett Cameron, englischer Afrikaforscher
- 1858 - Friedrich Springorum, deutscher Manager und Industrieller
- 1865 - Richard Adolf Zsigmondy, Chemiker, Bergsteiger
- 1866 - Ferruccio Busoni, Pianist, Komponist, Dirigent und Musiklehrer
- 1868 - Edmond Rostand, französischer Dramatiker
- 1869 - Peter Egge, norwegischer Dichter
- 1872 - Conrad Gröber, deutscher Bischof
- 1873 - Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow, russischer Pianist, Komponist und Dirigent
- 1873 - Sergej Rachmaninow, russischer Pianist, Komponist und Dirigent
- 1875 - Edgar Wallace, englischer Krimi-Schriftsteller
- 1878 - Carl Sternheim, deutscher Dramatiker und Autor von Erzählungen
- 1879 - Alexander Moissi, deutscher Schauspieler
- 1881 - Octavian Goga, rumänischer Dichter, Dramenautor und Politiker
- 1883 - Alexander Wassiljewitsch Alexandrow, russischer Komponist
- 1883 - Karl Arnold, deutscher Maler und Karikaturist
- 1883 - Lon Chaney, US-amerikanischer Schauspieler
- 1885 - Wallace Beery, US-amerikanischer Schauspieler
- 1887 - Leonard Bloomfield, US-amerikanischer Sprachwissenschaftler
- 1888 - Edmund F. Dräcker, deutscher Diplomat
- 1888 - Hermann Pünder, deutscher Politiker und MdB
- 1891 - Hans Döllgast, deutscher Architekt und Graphiker
- 1891 - Hans Kayser, deutscher Komponist und Musiktheoretiker
- 1892 - Anton Storch, deutscher Politiker
- 1895 - Alberta Hunter, US-amerikanische Sängerin
- 1896 - Wilhelm Sauter, deutscher Maler
- 1899 - Herbert Lewin, Präsident des Zentralrates der Juden
- 1904 - Karl Ranseier, deutscher Versager (fiktive Person)
- 1904 - Nikolai Erastowitsch Bersarin, erster sowjetischer Stadtkommandant von Berlin
- 1905 - Gaston Eyskens, belgischer Politiker und Regierungschef
- 1906 - Alexander Jakowlew, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur und Chefingenieur
- 1906 - Alexander Sergejewitsch Jakowlew, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur
- 1908 - Abraham Maslow, US-amerikanischer Psychologe
- 1908 - Bob Nolan, kanadischer Country-Sänger (Sons of the Pioneers)
- 1909 - David Niven, britischer Schauspieler
- 1910 - Sergei Nikolajewitsch Anochin, sowjetischer Testpilot
- 1911 - Adam Kozlowiecki, Kardinal
- 1912 - Joseph Parecattil, Erzbischof von Ernakulam und Kardinal
- 1914 - Willi Meinck, deutscher Schriftsteller
- 1915 - Horst Sindermann, deutscher Kommunist und Politiker
- 1915 - O. W. Fischer, österreichischer Schauspieler
- 1915 - Otto Wilhelm Fischer, österreichischer Schauspieler
- 1920 - H. E. Erwin Walther, deutscher Komponist und Musikpädagoge
- 1920 - Toshiro Mifune, japanischer Schauspieler
- 1921 - William Bergsma, US-amerikanischer Komponist
- 1921 - André Stil, französischer Schriftsteller
- 1921 - Arthur Smith, US-amerikanischer Musiker
- 1922 - Alan J. Perlis, US-amerikanischer Informatiker
- 1924 - Hovhannes Samueli Donabedian, armenischer Architekt, Maler und Zeichner
- 1925 - Wojciech Has, polnischer Filmregisseur
- 1926 - Anne McCaffrey, US-amerikanische SF-und Fantasy-Schriftstellerin
- 1927 - Amos Milburn, US-amerikanischer Musiker
- 1927 - Thomas Holtzmann, deutscher Schauspieler
- 1929 - Milan Kundera, tschechischer Schriftsteller
- 1931 - Rolf Hochhuth, deutscher Dramatiker
- 1932 - Debbie Reynolds, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 1933 - Claude Cohen-Tannoudji, französischer Physiker
- 1933 - Dan Flavin, US-amerikanischer Künstler
- 1934 - Roberto Ciulli, italienischer Theaterregisseur
- 1936 - Jean-Pascal Delamuraz, schweizerischer Politiker
- 1937 - Sylvia Rafael, israelische Agentin
- 1937 - Yilmaz Güney, türkischer Schauspieler und Regisseur
- 1938 - Ali MacGraw, US-amerikanische Schauspielerin
- 1939 - Rudolf Isley, US-amerikanischer Sänger
- 1939 - Wilhelm Bungert, deutscher Tennisspieler
- 1940 - Wangari Muta Maathai, kenianische Biologin, Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin
- 1942 - Alan Blakely, britischer Musiker
- 1942 - Frank Gari, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1942 - Philip Margo, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Samuel R. Delany, US-amerikanischer SF-Schriftsteller
- 1943 - Alejandro Núñez Allauca, peruanischer Komponist
- 1943 - Mario Botta, schweizerischer Architekt
- 1945 - John Barbata, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Helmut Kukacka, österreichischer Politiker und Staatssekretär
- 1946 - Jürgen Büssow, deutscher Politiker, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Düsseldorf
- 1947 - Alain Connes, französischer Mathematiker
- 1947 - Ingrid Steeger, deutsche Schauspielerin
- 1948 - Jimmy Cliff, jamaikanischer Sänger und Songschreiber
- 1948 - Ronnie Lane, britischer Musiker
- 1948 - Simon Cowe, britischer Musiker
- 1949 - Gil Scott-Heron, US-amerikanischer Sänger
- 1950 - Billy Currie, britischer Musiker
- 1950 - Ed Nijpels, niederländischer Politiker.
- 1950 - Lothar Binding, deutscher Politiker und MdB
- 1953 - Barry Sonnenfeld, US-amerikanischer Kameramann und Filmregisseur
- 1954 - Dieter Müller, deutscher Fußballspieler
- 1954 - Jeff Porcaro, Schlagzeuger der Rockband Toto
- 1954 - Giancarlo Antognoni, italienischer Fussballspieler
- 1955 - Matthias Behr, deutscher Florettfechter
- 1956 - Anton Innauer, österreichischer Skispringer und Springertrainer
- 1959 - Christian Thielemann, deutscher Dirigent
- 1961 - Mark White, britischer Musiker
- 1961 - Regine Mösenlechner, deutsche Skirennläuferin
- 1963 - Gabriele Inaara Begum Aga Khan, Gemahlin von Prinz Aga Khan
- 1969 - Urs Lehmann, schweizerischer Skirennläufer
- 1974 - Sandra Völker, deutsche Schwimmerin
- 1975 - George Bastl, Schweizer Tennisspieler
- 1975 - Gerrit Glomser, österreichischer Radrennfahrer
- 1975 - Singa Gätgens, Fernsehmoderatorin
- 1979 - Ivano Balic, kroatischer Handballspieler
- 1981 - Bjørn Einar Romøren, norwegischer Skispringer
- 1982 - Andreas Thorkildsen, norwegischer Leichtathlet
- 1982 - Robert Vittek, slowakischer Fußballspieler
- 1983 - Christian Schulz, deutscher Fußballspieler
- 1987 - Phillipe Floren Amadeus von Amade, Pianostar in der Athener Philharmonie

Gestorben


- 678 - Donus, Bischof von Rom und Papst
- 1129 - Celsus, irischer Erzbischof von Armagh
- 1132 - Hugo von Grenoble, französischer Bischof
- 1204 - Eleonore von Aquitanien, Königin von England und Frankreich
- 1651 - Johann von Hessen-Braubach, Soldat, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft
- 1766 - Johann Leonhard Dober, Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine
- 1859 - Amalie Sieveking, Mitbegründerin der organisierten Diakonie in Deutschland
- 1863 - Jakob Steiner, Schweizer Mathematiker
- 1872 - Hugo von Mohl, deutscher Botaniker
- 1897 - Thekla von Gumpert, deutsche Kinder- und Jugendschriftstellerin
- 1913 - Otto March, deutscher Architekt
- 1915 - Johann Joseph Abert, Sudetendeutscher Komponist
- 1917 - Scott Joplin, US-amerikanischer Komponist und Pianist
- 1922 - Karl I., letzter Kaiser von Österreich-Ungarn
- 1923 - Kaspar Kögler, deutscher Maler und Schriftsteller
- 1930 - Cosima Wagner, Leiterin der Bayreuther Festspiele
- 1939 - Anton Semjonowitsch Makarenko, sowjetischer Pädagoge und Schriftsteller
- 1939 - Makarenko, sowjetischer Pädagoge und Schriftsteller
- 1945 - Jakob Buchli, Schweizer Konstrukteur im Bereich des Lokomotivbaus
- 1945 - Josef Capek, tschechischer Maler, Zeichner und Illustrator
- 1946 - Leo Reuss, deutsch-österr. Schauspieler und Regisseur (in der Emigration auf Manila)
- 1946 - Cesare Orsenigo, apostolischer Nuntius in Deutschland
- 1947 - Carl Christian Krayl, Architekt
- 1947 - Carl Krayl, deutscher Architekt
- 1947 - Franz Seldte, Mitbegründer des Stahlhelm, NSDAP-Politiker und Reichsarbeitsminister
- 1947 - Georg II., König von Griechenland
- 1950 - Charles R. Drew, US-amerikanischer Transfusionsmediziner
- 1952 - Ferenc Molnár, ungarischer Schriftsteller und Journalist
- 1954 - Jan Thomée, niederländischer Fußballspieler
- 1960 - Tuanku Abdul Rahman, König des Malaiischen Bundes in Istana Nagara
- 1966 - Flann O'Brien, irischer Schriftsteller
- 1968 - Lev Landau, russischer Physiker
- 1968 - Lew Dawidowitsch Landau, russischer Physiker
- 1975 - Georg Baur, deutscher Politiker
- 1975 - Lorenz Jaeger, Erzbischof von Paderborn
- 1976 - Max Ernst, deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer
- 1984 - Marvin Gaye, US-amerikanischer Soulmusiker
- 1986 - Erik Bruhn, dänischer Ballett-Tänzer
- 1989 - Erich Lüth, Publizist
- 1991 - Detlev Karsten Rohwedder, Manager und deutscher Politiker
- 1991 - Martha Graham, US-amerikanische Tänzerin, Choreografin und Pädagogin
- 1994 - Robert Doisneau, französischer Graveur und Photograph
- 2002 - Heinrich Popitz, deutscher Soziologe
- 2003 - Leslie Cheung, chinesischer Filmschauspieler
- 2004 - Carrie Snodgress, US-amerikanische Schauspielerin
- 2004 - Edgar Dören, deutscher Autorennfahrer
- 2004 - Enrique Grau, kolumbianischer Maler und Bildhauer
- 2005 - Harald Juhnke, deutscher Entertainer
- 2005 - Thomas Kling, deutscher Lyriker

Feier- und Gedenktage


- Römisches Reich - Veneralia zu Ehren von Venus

Siehe auch


- 31. März - 2. April
- 1. März - 1. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0401 ja:4月1日 ko:4월 1일 simple:April 1 th:1 เมษายน

Niederlande

Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind Teil des Königreichs der Niederlande in Westeuropa. Sie sind einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Rund ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist mit rund 3.000 km Deichen geschützt. Im deutsch- und englischsprachigen Raum wie auch in den Niederlanden selbst wird anstelle der offiziellen und korrekten Bezeichnung Niederlande umgangssprachlich häufig der Name Holland für das gesamte Staatsgebiet verwendet. Diese Bezeichnung stammt von der alten Grafschaft Holland her und bezieht sich eigentlich nur auf die heutigen Provinzen Nord- und Südholland. - Siehe dazu auch die Rubrik "Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch" am Seitenende.

Geografie

Räumliche Lage

Das ganze Landes liegt weniger als einen Meter über, einige Gebiete sogar unterhalb des Meeresspiegels.
Der höchste Punkt des Landes, der Vaalserberg im Südosten, befindet sich 322 m über dem Amsterdamer Pegel, dort liegt auch gleichzeitig das Dreiländereck zu Deutschland und Belgien. Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt.
Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet.
Ungefähr ein Fünftel (18,41 %) der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon den größten Teil das IJsselmeer ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde. Die wichtigsten Flüsse in den Niederlanden sind der Rhein, die Waal und die Maas. Maas Die Hauptwindrichtung in den Niederlanden ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Siehe auch: Niederländische Inseln, Westfriesische Inseln

Nachbarländer

Die Niederlande grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Siehe auch: Städte in den Niederlanden

Bevölkerung

Die Niederlande sind mit etwa 480 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (zum Vergleich: Deutschland 236, Monaco 16.435, Namibia 2). Niederländisch ist die Amtssprache im gesamten Staat; daneben werden niederdeutsche Mundarten gesprochen. Das Friesische ist Amtssprache in der Provinsje Fryslân und dort auch Rundfunk- und Verwaltungssprache. Im Nordosten werden niedersächsische Dialekte gesprochen, im Südosten hochdeutsche Mundarten. In den Niederlanden wohnen Einwanderer aus der ganzen Welt: Indonesien, Karibik, Südamerika, Afrika, Türkei, Polen etc. Die wichtigsten Religionen (Stand: 2002) sind der Katholizismus (31 %), der Protestantismus (21 %) und der Islam (5,5 %). Die meisten Protestanten gehören einer calvinistischen Kirche an. 40 % der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig. Die katholische Bevölkerung lebt vor allem im Süden, die protestantische vor allem im Norden des Landes.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Niederlande Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande. In der Folge wuchsen die Niederlande (de nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curaçao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich). 1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland. Nach der Einverleibung durch Frankreich unter Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste. Erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau. Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde. Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung. Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun. Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Anderslautenden Warnungen glaubte sie nicht. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande um so Frankreich unter Umgehung der "Maginot Linie" von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14.Mai 1940 die Niederlande mit dem Bombardement von Rotterdam zur Aufgabe. Die Innenstadt wurde durch Bomben und durch die anschließenden Brände weitgehend zerstört. Es war das erste Flächenbombardement im zweiten Weltkrieg. Die Niederlande waren von Mai 1940 bis Mai 1945 besetzt. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch die Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Judenverfolgung schlug in den Niederlanden besonders heftig zu: aus keinem anderen europäischen Land wurde ein so großer Bevölkerungsanteil abtransportiert. Noch immer ist die Rolle niederländischer Verwaltungsstellen und etwa der Niederländischen Eisenbahn beim Abstransport der Juden nicht restlos geklärt. Die Bevölkerung hatte aber mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank). Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Alliierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen. Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1800 Tote. Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union). In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg auch für eingewanderte radikale Islamisten und so genannte Hassprediger frei: Am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Die Folge des Mordes waren Anschläge auf Moscheen und Hassbekundungen gegen muslimische Bürger. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigorose Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden weiterhin von Islamisten bedroht.

Politik

Seit dem Ende der französischen Revolution im Jahre 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau an der Spitze. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt seit 1980 ist Königin Beatrix von Oranien-Nassau. Gemäß der Verfassung ist sie Mitglied der Regierung und ernennt die Minister. In der Praxis lässt sie nach Wahlen einen informateur (meist ein hoher Beamter) die Parlamentsfraktionen befragen. Nach dessen Berichterstattung bestellt die Königin einen formateur, der das Kabinett zusammenstellt. Dabei kann es sich bereits um den künftigen Ministerpräsidenten handeln.

Parlament

Das Parlament (Staten-Generaal, Generalstände) besteht aus zwei Kammern. Die Wahl der 150 Mitglieder der Zweiten Kammer (Tweede Kamer) findet im Normalfall alle vier Jahre statt. Diese Kammer ist das Parlament im eigentlichen Sinne, als Volksvertretung und Kontrolle der Regierung. Die Erste Kammer (Eerste Kamer), inoffiziell auch Senat genannt, setzt sich aus 75 Vertretern der Provinzparlamente zusammen, die ebenfalls alle vier Jahre gewählt werden. Die Arbeit der Ersten Kammer besteht vor allem in der Begutachtung von Gesetzen, die die Zweite Kammer erarbeitet hat; unter Umständen kann die Erste Kammer ein Gesetz durch ein Veto blockieren. Der heutige Ministerpräsident Jan Peter Balkenende von den Christdemokraten ist seit 2002 im Amt.

Parteien


- Christlich-Demokratischer Apell/CDA (christlich-konservativ)
- Partei der Arbeit/PvdA (sozialdemokratisch)
- Volkspartei für Freiheit und Demokratie/VVD (liberal-konservativ)
- Sozialistische Partei/SP (links)
- Liste Pim Fortuyn/LPF (rechtspopulistisch)
- Grüne Linke/GL (ökologisch und sozialistisch)
- Democraten 66/D66 (sozial-liberal)
- Christen Union/CU (extrem christlich-konservativ)
- Staatskundig Reformierte Partei/SGP (extrem christlich-konservativ)
- Neue Kommunistische Partei der Niederlanden/NCPN (kommunistisch) Siehe auch: Liste der niederländischen Ministerpräsidenten

Gesellschaftspolitik

In den letzten Jahrzehnten wurden die Niederlande unter anderem für ihre liberale gesetzliche Reglementierung weicher Drogen (siehe Coffee Shop), der Prostitution (sie ist ein gesetzlich anerkanntes Gewerbe und Prostituierte sind daher sozialversichert), von Abtreibung und Sterbehilfe bekannt. Die Niederlande gehörten auch zu den ersten Staaten, die die Ehe für Homosexuelle ermöglichten. Mit Ausnahme der so genannten Randstad (Amsterdam, Rotterdam und Den Haag) hinken Offenheit und Toleranz in der Bevölkerung der eigenen liberalen Gesetzgebung jedoch noch Jahrzehnte hinterher und die Intoleranz wird hinter der vor allem in den Medien und der Politik demonstrativ vorgetragenen Political Correctness versteckt. So ist es in einigen Teilen des Landes um die Akzeptanz offen gelebter Homosexualität weit schlechter bestellt als in den meisten Teilen Deutschlands und oftmals finden verbale oder gar gewalttätige Übergriffe gegenüber Homosexuellen statt. Am 2. November 2004 wurde der islamkritische Filmregisseur Theo van Gogh in Amsterdam ermordet. In Folge kam es zu Brandanschlägen auf Moscheen und zu moslemischen Übergriffen auf Kirchen. Die Vorfälle lösten heftige Diskussionen über die Integration von Ausländern und über das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen aus.

Militär

Es besteht keine allgemeine Wehrpflicht. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich, Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %). Die Führung des niederländischen Heeres ("Koninklijke Landmacht") ist durch das 1. D/NL-Korps eng mit der Deutschen Bundeswehr verzahnt.

Provinzen

1579 mit sieben Provinzen begonnen, kamen später die sogenannten Generalitätslande (NL: generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 aufgespalten in Nord-Holland und Süd-Holland. Die jüngste Provinz ist Flevoland, das erst 1986 als Provinz gegründet wurde. Seit dem 1. Januar 1986 gliedern sich die Niederlande in 12 Provinzen (NL: provincies). Die Provinzen wiederum gliedern sich in 483 Gemeinden (gemeenten).

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, offenes Wirtschaftssystem. Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen. Beim produzierenden Gewerbe dominieren Nahrungsmittel- und chemische Industrie, Erdölraffinerien und die Herstellung von Elektrogeräten. Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt. Die moderne und hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für den Holländer Käse als wichtiges Exportprodukt. Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt knapp unter 4 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzen die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel.

Naturressourcen

Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.

Kultur

Feiertage

Malerei

Viele weltberühmte Maler waren Niederländer. Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter oder Jan Steen hervor. Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondriaan. M. C. Escher ist ein bekannter Grafiker.

Architektur

Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, J.J.P. Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.

Wissenschaft

Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza und Christiaan Huygens. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten. Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen.

Literatur

Im "Goldenen Zeitalter" (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und P. C. Hooft zu nennen. Wichtige Autoren im 20. Jahrhundert waren Harry Mulisch, Jan Wolkers und Simon Vestdijk. Und während der deutschen Besatzung verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.

Musik

Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Julius Röntgen, Willem Pijper, Mathijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer und flämischer Komponisten). Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit "Radar Love". Die Niederlande haben eine sehr lebendige Musik-Szene auf hohem Niveau. Es gibt zahlreiche Veranstaltungslokale und in den Medien wird den Künstlern viel Raum gegeben. Seit einigen Jahren ist "nederlandstalige muziek", Musik in der Landessprache sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Blof, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und [http://www.acdaendemunnik.nl/ Acda en de Munnik], ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato und [http://www.fransbauer.nl/ Frans Bauer]. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.

Natursehenswürdigkeiten


- De Hollandse Biesbosch, eine Fluss- und Sumpflandschaft
- Keukenhof
- die Nationalparks De Hoge Veluwe und Veluwezoon in der Veluwe
- die Naturschutzgebiete auf Texel
- Reeuwijkse Plassen bei Gouda
- Schiermonnikoog
- Die Deltawerke Schutzwehre gegen Sturmfluten. Gebaut nach der Sturmflut von 1953

Landesübliche Küche

Das inoffizielle Nationalgericht Stamppot ist zumeist eine passierte Mischung aus Kartoffeln und Gemüse. Häufig wird dabei Grünkohl (niederl. Boerenkool) verwendet. Teilweise werden auch angebratene Zwiebeln mit Schinkenspeck untergemengt. Eine regelrechte Snackbarkultur ist in den letzten Jahrzehnten entstanden. In diesen Fastfoodrestaurants erhält man Pommes Frites (niederl. Patat) mit Mayonnaise, Ketchup (auch gemischt mit Zwiebeln = special) oder Erdnusssoße (niederl. Pindasaus). Letztere hat sich durch die Einflüsse der Kolonialzeit etabliert. Überhaupt sind indonesische Einflüsse in der niederländischen Küche kaum zu übersehen, auch wenn die meisten Gerichte dem holländischen Geschmacksempfinden angepasst wurden. Neben den Pommes Frites werden in den Snackbars auch fritierte Fleisch- und Käsegerichte angeboten. Eine wirkliche Einzigartigkeit stellt der "Hollandse Nieuwe" dar. Dabei handelt es sich um rohe Heringsfilets, die am Schwanz gehalten über Kopf verzehrt werden, und über viele wertgebende Inhaltsstoffe verfügen sollen. International bekannt ist der niederländische Käse (niederl. Kaas), der sowohl als Brotbelag als auch in Stücke geschnitten verzehrt wird. Am weitesten verbreitet ist der Gouda, der seinen Ursprung in der gleichnamigen Stadt hat. Er ist in unterschiedliche Reifegrade eingeteilt. Jonger Kaas ist am kürzesten gelagert und schmeckt sahnig mild. Belegen ist die nächste Stufe mit einem würzigem Geschmack und einer festen Konsistenz. Oude Kaas ist die teuerste und aromatischste Lagerstufe. Besonders bekannt ist der "Oud Amsterdam". Das niederländische Frühstück ist eher spärlich und besteht meist aus einem Brot und einer Tasse Kaffee. Mittags gibt es ebenfalls belegte Brote dazu Milch oder Buttermilch. Die Hauptmahlzeit stellt das Abendbrot dar, welches aus warmen Speisen besteht und gegen fünf Uhr nachmittags eingenommen wird.

Die Niederlande im deutschen Sprachgebrauch

Der grammatikalisch richtige Gebrauch des Namens Niederlande ist vielen Sprechern nicht geläufig, was zu der fälschlichen Verwendung des Namens Holland beiträgt. Niederlande stellt eine Pluralform dar; vergleichbar mit den USA (die USA). Den Ländernamen gibt es im Singular nicht. Die Deklinationstabelle lautet wie folgt:
- Nominativ Plural: die Niederlande
- Genitiv Plural: der Niederlande
- Dativ Plural: den Niederlanden
- Akkusativ Plural: die Niederlande Beispielsätze
- Nominativ: Die Niederlande sind Mitglied der EU.
- Genitiv: Das Bruttosozialprodukt der Niederlande beträgt x Euro.
- Dativ: Deutschland hat den Niederlanden Hilfe versprochen.
- Akkusativ: Viele deutsche Touristen besuchen die Niederlande. Bei Satzkonstruktionen mit in ist zu beachten, dass in sowohl mit richtungsanzeigendem Akkusativ als auch mit ortsanzeigendem Dativ gebraucht werden kann:
- Ich fahre in die Niederlande. (richtungsanzeigender Akkusativ)
- Ich bin in den Niederlanden. (ortsanzeigender Dativ)

Weitere Themen


- Tourismus in den Niederlanden
- Nationalparks in den Niederlanden
- Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden
- Niederländische Kolonien
- Niederländisch-Indien
- Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
- Liste bekannter Niederländer
- Portal:Niederlande
- Portal:Benelux
- Niederlandistik Über Niederländische Sprache und Kultur

Weblinks


- [http://www.government.nl Offizielle Netzpräsenz der Regierung der Niederlande (englisch)]
- [http://www.koninklijkhuis.nl/ Offizielle Netzpräsenz des niederländischen Königshauses]
- [http://www.niederlandenet.de NiederlandeNet.de: Größtes Informationsportal über die Niederlande und die deutsch-niederländischen Beziehungen in deutscher Sprache]
- [http://www.niederlandeweb.de Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft und Generalkonsulate in Deutschland]
- [http://www.netherlands-embassy.at Offizielle Netzpräsenz der niederländischen Botschaft in Wien]
- [http://www.niederlande-im-unterricht.de Deutsches Unterrichtsmaterial über die Niederlande für diverse Fächer, ausgerichtet auf die Lehrpläne Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=123 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-karten/karten.cgi?action=detail&templ=01_01_karten_detail&id=29 Karte: Die Niederlande um 1620 : Historische Karten (Haus der Bayerischen Geschichte)]
Kategorie:Staat ! Kategorie:Monarchie Kategorie:Land in der EU als:Niederlande [[got:

Geusen

Geusen ist der Name, den sich die niederländischen Freiheitskämpfer während des Achtzigjährigen Krieges (1568 - 1648) gaben. Der Begriff Geusen leitet sich aus dem französischen Wort geux - Bettler - ab. Nach zeitgenössischer Darstellung hat diese Bezeichnung ihren Ursprung aus der Übergabe einer Bittschrift des niederländischen Adels 1566 (Adelskompromiß von Breda) an die von Spanien als Statthalterin eingesetzte Margarete von Parma. Graf von Barlaimont soll ihr ins Ohr geflüstert haben, „Sie solle sich nicht vor einem Haufen Bettler (geux) fürchten“. Dieser Haufen bestand damals aus zweihundert Berittenen, die friedlich in Brüssel einzogen, um die Bittschrift zu übergeben. Ihre Zahl sollte sich im Verlaufe der Verhandlungen noch auf bis zu vierhundert erhöhen. Die weitgehend positive Annahme der Forderungen des niederländischen Adels von Margarete und ihr Versprechen, das Edikt an König Philipp von Spanien weiterzuleiten, versetzten die Freiheitskämpfer in gehobene Stimmung, die sich in Festen mit entsprechendem Alkoholgenuß niederschlug. Während eines solchen Festes wurde die Bezeichnung Geusen für die im Freiheitskampf verbündeten Mitglieder von den Versammelten übernommen. Hierbei anwesend waren auch Wilhelm I. von Oranien sowie die Grafen von Egmont und von Ho(o)rn(e). Als sichtbares Zeichen des Bundes trugen die Mitglieder, während sie in Brüssel verweilten, graue Bettlergewänder. Aus Solidarität und Ausdruck des passiven Widerstands trugen auch viele Bewohner Brüssels eine Zeit lang solche Bettlerkleidung. Kategorie:Achtzigjähriger Krieg

Achtzigjähriger Krieg

Im Achtzigjährigen Krieg von 1568 bis 1648 erkämpften die Niederlande ihre Unabhängigkeit vom spanischen König. Mit seinem Ende schieden sie zugleich aus dem Verband des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aus. Der Krieg entstand ursprünglich aus inneren Unruhen heraus und wurde zwischen der spanischen Armee und aufständischen Niederländern geschlagen. Im Grunde handelte es sich nicht um einen dauerhaften Krieg, er bestand aus vielen einzelnen Aufständen und Kämpfen, die sich über diesen langen Zeitraum erstreckten. So konnten durchaus immer wieder einige Jahre ohne Kämpfe vergehen. Nachdem sich die spanischen Besatzungstruppen weitgehend durchsetzen konnten, wurde 1609 zunächst ein für 12 Jahre festgeschriebener Waffenstillstand ausgehandelt. Durch die großen Unruhen im gesamten Mitteleuropa in Folge des 1618 ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieges entflammten nach Ablauf des Waffenstillstands aber tatsächlich schnell neue Kämpfe. Dieses Mal waren die Niederländer aber deutlich erfolgreicher, da sie die spanische Silberflotte erbeuteten und mit dem Geld neue Truppen finanzieren konnten. Eine Allianz mit Frankreich war weniger erfolgreich, da sie zum Verlust von einigen größeren Städten führte. 1648 beendete schließlich der Westfälische Friede beide großen Kriege mit dem Ergebnis, dass die "Republik der Vereinigten Niederlande" (mit Ausnahme der Frankreich zugesprochenen Gebiete) Unabhängigkeit erlangte.

Vorgeschichte

Vor dem Krieg gehörten die Niederlande, ein Gebiet, das heute sowohl aus den Niederlanden als auch aus Belgien, Luxemburg und einem Teil Nordfrankreichs besteht, auf Grund vererbter Herrschaft zu Spanien und bestanden aus 17 Provinzen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts zerfielen die Niederlande im Zuge der Reformation in zwei unterschiedliche konfessionelle Lager – der wallonische Süden blieb katholisch, dagegen nahm der flämisch-friesische Norden den Protestantismus an. Die Niederlande stellten schon zur damaligen Zeit eine bedeutende wirtschaftliche Macht dar. Antwerpen war mit seiner Diamantenbörse das Zentrum des europäischen Kapitalmarktes. Durch ihre Häfen waren Antwerpen und Rotterdam außerdem bedeutende Umschlagsplätze für den Handel mit Waren aus Übersee und den neuen Kolonien in Südamerika. Wegen dieser geballten wirtschaftlichen Macht und wegen der wichtigen strategischen Lage (Zugang zu Nord- und Ostsee) war Spanien nicht gewillt, die Niederlande aus ihrem Besitz zu geben. König Philipp II. übernahm die Herrschaft über die Niederlande 1555 von seinem Vater Karl V. Er setzte die bereits unter seinem Vater begonnenen Ketzerverfolgungen, die schon Unruhen in den Niederlanden hervorgerufen hatten, mit noch größerer Konsequenz fort. Im Jahre 1559 ernannte er im Zuge einer kirchlichen Reorganisation neue Bischöfe, die auch in den Generalständen der Provinzen, den so genannten Generalstaaten, vertreten sein sollten und verkleinerte die Bistümer. Mit dieser Maßnahme wollte Philipp einerseits die Gegenreformation verschärfen, andererseits aber auch die ständischen Freiheiten, die den Provinzen im Großen Privileg 1477 zugestanden worden waren, wieder rückgängig machen. Als Statthalterin in den Niederlanden setzte er seine Halbschwester Margarethe von Parma ein und stellte ihr als ersten Minister den Bischof von Mecheln, Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle, zur Seite. Philipp selbst ging 1560 wieder nach Spanien zurück, 1561 zog er dann auch seine Truppen aus den Niederlanden ab.

Der niederländische Unabhängigkeitskampf

Einige Mitglieder des niederländischen Staatsrates unter der Führung von Wilhelm I. von Oranien und des Grafen von Egmont protestierten vehement gegen diese Änderungen und erzwangen 1564 Granvelles Rücktritt. Im so genannten Adelskompromiß von Breda baten die Geusen Margarethe von Parma um die Beendigung der Inquisition und der Verfolgung der Protestanten sowie um die Wiederherstellung ihrer ständischen Freiheiten. Der Protest gegen die spanische Herrschaft erreichte im selben Jahr mit den Bilderstürmen der Calvinisten einen ersten Höhepunkt. Philipp hob daraufhin zwar die Inquisition auf, entsandte aber 1567 den Herzog von Alba, Fernando Álvarez de Toledo, als neuen Statthalter mit spanischen Truppen zu einer Strafexpedition in die Niederlande. Alba gelang es auch zunächst, die regionalen Aufstände mit Hilfe von Sondergerichten, dem sogenannten Blutsrat von Brüssel, zu unterdrücken. Bei diesen Aktionen wurden mehr als 6.000 Aufständische hingerichtet, unter ihnen der Graf von Egmont. Im selben Jahr besiegte Alba auch die niederländischen Truppen unter Führung von Wilhelm I. von Oranien. Wilhelm I. von Oranien Mit seinen rücksichtslosen und willkürlichen Aktionen provozierte Alba jedoch neue Aufstände der Niederländer. Waren die Unruhen bis dahin meist regional begrenzt und noch größtenteils unkoordiniert, so erfasste der Aufstand nun das ganze Land. Mit der Schlacht von Heiligerlee 1568, dem ersten militärischen Aufeinandertreffen beider Seiten beginnt der Achtzigjährige Krieg. Vor allem die als Wassergeusen verspotetten Niederländer machten in der Folge den Spaniern durch ihre fortwährenden Angriffe auf Seetransporte und Stützpunkte schwer zu schaffen. 1572 gelang ihnen der größte Erfolg, als sie die Provinzen Zeeland und Holland eroberten. Als Statthalter der befreiten Provinzen wurde Wilhelm I. von Oranien gewählt, womit ihm faktisch die Führung des Widerstandes gegen Spanien übertragen wurde. 1573 wurde Alba durch Don Luís de Zúñiga y Requensens abgelöst. Auch wenn der neue Statthalter zunächst erfolgreicher als sein Vorgänger war, gelang den Aufständischen erneut ein großer Sieg: Sie fluteten das Land, segelten nach Leiden und befreiten die Stadt von den spanischen Belagerern. Gemeinsam formulierten alle 17 Provinzen ihre Forderungen nach Abzug der spanischen Truppen und religiöser Toleranz in der Genter Pazifikation (1576). Sie wurde von den Generalstaaten in Antwerpen ratifiziert. Der neue spanische Statthalter Don Juan de Austria, ein Halbbruder von Philipp II., akzeptierte die Forderungen formal, trotzdem gingen die Unruhen weiter. Die Genter Pazifikation sollte die letzte gemeinsame Handlung der 17 niederländischen Provinzen sein.

Der lange Weg zum Frieden

Im Jahre 1579 zerbrach die in der Genter Pazifikation dokumentierte Einheit der niederländischen Provinzen an konfessionellen Gegensätzen. Einige südliche, überwiegend französischsprachige Provinzen schlossen sich am 6. Januar zur Union von Arras (Atrecht) zusammen. In der Atrechter Union erkannten sie dann im Mai die königliche Herrschaft wieder an. Die nördlichen Provinzen mit überwiegend calvinistischer Bevölkerung dagegen schlossen sich am 25. Januar zur Utrechter Union zusammen. Auch die Staaten Flanderns und Brabants waren Mitglied der Utrechter Union. Sie opponierten weiter gegen Spanien und verlangten das Recht auf freie Religionsausübung. Am 24. Juli 1581 bildeten die Provinzen der Utrechter Union die Republik der Vereinigten Niederlande, erklärten in der Akte van Afzwering oder Plakkaat van Verlatinghe ihre Unabhängigkeit vom König und ernannten Wilhelm I. von Oranien zum Statthalter in den verschiedenen Staaten. Als treibende Kraft hinter der Utrechter Union und der Unabhängigkeitserklärung gilt die Provinz Holland. Die Trennung der Niederlande in die Generalstaaten und die Spanischen Niederlande war nun besiegelt. Aus dem Aufstand der Niederlande gegen die spanischen Besatzer, der im Süden seinen Anfang nahm, wurde jetzt ein Kampf um Unabhängigkeit der Generalstaaten. Die nicht der "Union von Arras" beigetretenen Teile der südlichen Provinzen wurden zwischen 1581 und 1585, teils nach schwierigen Belagerungen, von den Spaniern unter dem neuen Statthalter Alexander Farnese, dem Sohn Margaretes von Parma, unterworfen. Auch grosse Teile der nordöstlichen Niederlande wurden in diesen Jahren von den Spaniern erobert, aber diese Eroberungen wurden nach 1589 von den Rebellen rückgängig gemacht. Erfolgreich verlief am Ende nur der Unabhängigkeitskrieg im Norden. Zwar wurde Wilhelm 1584 von einem Katholiken ermordet, die Generalstaaten konnten sich jedoch relativ schnell auf Wilhelms Sohn Moritz von Nassau als Nachfolger einigen. Als Alexander Farnese 1585 Antwerpen eroberte, waren die Provinzen der Utrechter Union aufs höchste gefährdet. Es gelang jedoch dem Ratspensionär der Provinz Holland, Johan van Oldenbarnevelt, 1596 einen Pakt der Generalstaaten mit England auszuhandeln. Mit dessen finanzieller und militärischer Unterstützung wurde der Krieg gegen Spanien weitergeführt. Im Jahre 1598 starb Philipp II. von Spanien. Damit gingen die südlichen, d. h. die Spanischen Niederlande in die Hände seiner Tochter Isabella und ihres Ehemannes, des Erzherzog Albrecht von Österreich über. Im Jahre 1601 begannen die spanischen Truppen mit der verlustreichen Belagerung von Ostende, die unter Ambrosio Spinola 1604 erfolgreich beendet wurde. Die Niederländer verloren somit ihren letzten Stützpunkt in Flandern. 1609 - zwei Jahre nach der Seeschlacht bei Gibraltar - konnten sich beide Seiten auf einen zwölfjährigen Waffenstillstand einigen. Seeschlacht bei Gibraltar]] 1621 brach der Krieg im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges erneut aus. Er verlief zunächst ergebnislos, bis es den Niederländern gelang, die gesamte spanische Silberflotte zu erbeuten. Mit einem Teil der Beute finanzierte Friedrich Heinrich, Bruder und Nachfolger von Moritz von Nassau, u. a. die Eroberung von 's-Hertogenbosch (1629) und von Maastricht (1632). Eine Allianz mit Frankreich im Jahre 1635 zur Eroberung der Spanischen Niederlande war wenig erfolgreich. Im Gegenteil, sie führte zum Verlust von Venlo, Roermond und anderen Städten an die Spanier. Spanien war zu dieser Zeit aber durch den Verlust seiner gesamten Kriegsflotte, der „Armada“, bei einer Schlacht mit englischen Verbänden militärisch stark geschwächt und wollte den Frieden mit den Niederlanden, da es seine übrigen Kräfte auf den Dreißigjährigen Krieg konzentrieren musste. Nach dem Tod Friedrich Heinrichs 1647 setzte die Provinz Holland zusammen mit drei weiteren Provinzen die Verhandlungen mit Spanien gegen den Widerstand von Friedrich Heinrichs Sohn Wilhelm II. fort. Diese Verhandlungen mündeten 1648 in den Westfälischen Frieden, der zugleich auch das Ende des Dreißigjährigen Krieges und des Achtzigjährigen Krieges bedeutete, sowie die internationale Anerkennung der Republik der Vereinigten Niederlande brachte.

Weblinks


- [http://www.krieg.historicum.net/themen/achtzigjahre/index.html Carl-Josef Virnich: Der "Achtzigjährige Krieg", in: Historicum.NET (2005).]
- [http://mitglied.lycos.de/jpmarat/oraniend.html Der Unabhängigkeitskrieg der Niederlande]

Siehe auch

Liste von Kriegen Kategorie:Krieg
-
ja:オランダ独立戦争 simple:Eighty Years' War

13. Mai

Der 13. Mai ist der 133. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 134. in Schaltjahren) – somit bleiben 232 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1710 – Auf Befehl König Friedrichs I. wird vor dem Spandowschen Tor in Berlin mit der Errichtung eines Quarantänehauses, der späteren Charité, begonnen.
- 1787 – Captain Arthur Phillip verlässt Portsmouth (England) mit elf Schiffen voller Verurteilter, um in Australien eine Strafkolonie zu gründen.
- 1830 – In Riobamba wird die Unabhängigkeit Ecuadors von Großkolumbien ausgerufen, auch Venezuela verlässt den Staatsverband.
- 1888Brasilien schafft die Sklaverei ab.
- 1905 – Margareta Geertruida Zellem tritt in Paris erstmals als Tänzerin Mata Hari auf.
- 1923 – Der „Muttertag“ wird erstmals in Deutschland gefeiert.
- 1940 – Die Wehrmacht kreuzt die Meuse (Maas) und beginnt die Invasion Frankreichs. Der britische Premier Winston Churchill hält seine bekannte Blut, Schweiß und Tränen-Rede vor dem britischen Parlament.
- 1943 – Zweiter Weltkrieg: In Nordafrika kapitulieren die Achsenmächte (siehe: Afrikakorps).
- 1960 – Einem sechsköpfigen Team, darunter Kurt Diemberger, gelingt die Erstbesteigung des 8.167 m hohen Dhaulagiri.
- 1965 – Ende der Spiegel-Affäre: Der dritte Strafsenat des Bundesgerichtshofs entscheidet, kein Hauptverfahren gegen Conrad Ahlers und Rudolf Augstein zu eröffnen.
- 1965 – Deutschland. Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel.
- 1965Ägypten bricht die Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland ab.
- 1965 – Deutschland. Staatsbesuch von Königin Elizabeth II..
- 1978Komoren. Präsident Ali Soilih wird durch den ehemaligen Präsidenten Ahmed Abdallah unter Mitwirkung von Bob Denard gestürzt.
- 1980Wiener AKH-Skandal: AKPE-Direktor Adolf Winter wird festgenommen.
- 1981 – Der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca verübt auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Papst Johannes Paul II..
- 1996Eritrea und der Jemen beenden den bewaffneten Konflikt um die Hanish-Inseln im Roten Meer.
- 1998Indien führt weitere unterirdische Atomtests durch.
- 2001Mazedonien. 6. Regierungsumbildung
- 2004Südafrika gewährt dem ehemaligen Präsidenten von Haiti, Jean Bertrand Aristide, vorübergehend Asyl.
- 2005, Taschkent/Usbekistan Bei einem Sturm aufständischer Extremisten auf die Stadtverwaltung und ein Gefängnis im Osten des Landes im Fergana-Tal am Rande zu Kirgisien kommen rund 1000 Gefangene frei.

Wirtschaft


- 1923 – Der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber initiiert zum ersten Mal eine Werbekampagne zum Muttertag.

Wissenschaft, Technik


- 1803 – Die Universität Heidelberg wird durch Kurfürst Karl Friedrich von Baden wieder gegründet.
- 1951Jacqueline Auriol durchbricht als erste Frau die Schallmauer

Kultur


- 1714 – Uraufführung des musikalischen Dramas Pisistrato von Leonardo Leo am Teatro S. Bartolomeo in Neapel.
- 1890 – Uraufführung des lyrischen Dramas Dante von Benjamin Godard an der Opéra-Comique in Paris.
- 1977 – Uraufführung der Oper Neither von Morton Feldman in Rom.
- 2000 – Die Olsen Brothers aus Dänemark gewinnen den Eurovision Song Contest. Stefan Raab landet mit "Wadde Hadde Dudde Da" auf Platz 5.

Religion


- 535 – Nach dem Tod von Johannes II. (am 8. Mai) wird Agapet I. zum neuen Papst gewählt.
- 1497Alexander VI. exkommuniziert Girolamo Savonarola.
- 1572 – Wahl von Papst Gregor XIII..
- 1917 – Drei Kinder haben im portugiesischen Fátima die erste von sechs Marienerscheinungen.

Katastrophen


- 1972Japan. Bei einem Kaufhausbrand in Osaka, sterben 119 Menschen.
- 1996 – Schwere Stürme und ein Tornado töten in Bangladesch 600 Menschen.
- 1997Volksrepublik China. Schwere Unwetter in den Provinzen Yunnan und Guangdong. Zusammen etwa 290 Tote.
- 2000 – 22 Menschen verlieren in Enschede bei der Explosion einer Fabrik für Feuerwerkskörper ihr Leben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1024Hugo von Cluny, Abt der Benediktinerabtei Cluny
- 1655Innozenz XIII. (Papst), unter dem Namen Innozenz XIII. Papst von 1721 bis 1724
- 1699Pombal, portugiesischer Staatsmann, erster Minister unter König Joseph I.
- 1708Maximilian Friedrich von Königsegg